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5 Tipps von Alex Jahnke

1) Lest um Euer Leben!

Der erste Tipp bricht auch schon gleich mit der Vorgabe, denn das habe ich nicht beim Schreiben gelernt, sondern bei den ersten Lesungen des Buches.

Lest Eure Texte!

Mehrfach!

Noch mal!

Nicht aufhören!

Und wieder!

Damit meine ich nicht das viel gehasste überfliegen der Passagen beim Editieren, sondern lautes Vorlesen. Am besten mit Publikum – ja, Euer Partner wird euch eventuell dafür hassen, wenn er zum zehnten Mal Eure beste Szene hören muss, aber das gehört dazu. Sollte kein Publikum greifbar sein, setzt eine Horde Stofftiere vor Euch. Niemand kann so kritisch schauen, wie ein Teddy.

Das bereitet Euch zum einen auf eventuelle Lesungen vor, zum anderen bekommt ihr viel mehr Gespür für den Text und die Geschichte, die sich im Kopf des Lesers entwickelt. Beim Vorlesen entdeckt ihr die Schlaglöcher Eures Stils, erst dann werden aus einzelnen Sätzen Bilder und damit eine Geschichte im Kopf. Die Zunge stolpert über holprige Formulierungen und Euer Kopfkino zeigt die rote Fahne, wenn die Geschichte nicht flüssig ist.

(Und egal, wie schnell ihr vorlest: Lest langsamer. Noch langsamer. Es ist wirklich schwierig zu langsam für den Zuhörer zu lesen. Besonders, wenn ihr den Text gut kennt.)

2) Lauft um Euer Leben

Ich gebe offen zu: Ich bin ein fauler Sack. Wie bei allen faulen Säcken äußert sich das dann in der befreienden Erkenntnis:

“Ich bin erst unter Druck besonders gut.” 

Nein, bist du nicht. Du bist faul.

Damit schreibt sich aber kein Buch. Eine der größten Herausforderungen, wenn nicht sogar die Größte, ist es am Ball zu bleiben. Deadlines setzen einen zwar unter Druck, aber man hat dann eben auch nicht mehr die Zeit, irgendetwas eine Passage noch mal zu schreiben und sie ist vielleicht nur halb so gut, wie sie hätte sein können.

“Ich habe aber heute keine Ideen. Morgen wieder.”

Bullshit. Ausrede. Ran an die Tastatur. Wenn ihr die Möglichkeit habt, nutzt Schreibsprints. Diese Methode kommt aus dem NaNoWriMo. Dabei verabreden sich zwei oder mehr Autoren und schreiben für ca. 60 Minuten gemeinsam. Man wählt ein zufälliges Wort aus (Buch aufschlagen, Tante Google, es gibt auch Generatoren) und schreibt dann mit der Stoppuhr für 10 Minuten im Laufschritt, wobei man das gewählte Wort unterbringen muss. Wer die meisten Worte hat, darf das nächste Wort auswählen und weiter zum nächsten Sprint, bis die vorgegebene Zeit vorbei ist.
Das klappt natürlich auch alleine, macht dann aber nicht ganz so viel Spaß.

“Aber was soll ich denn mit einem Wort wie „Heckklappendrosselung” in meiner Fantasygeschichte?”

Zum einen solltest du dir andere Freunde beim Sprint suchen oder du hast ihnen vorher nicht erzählt, was für ein Genre du schreibst. Das Wort sollte möglichst allgemeingültig sein. Passt es trotzdem nicht, dann nimm Assoziationen des Wortes (in diesem Fall: Technik, Mechanik, gebremst, Vogel..). Es geht darum, dass du schreibst.

“Sorry, aber dieser Passage ist einfach unpassend in der Geschichte.”

Dann steckst du vielleicht noch nicht gut genug in deiner Geschichte. Deine Charaktere müssen leben, du musst sie besser kennen, als deine Arbeitskollegen. Im echten Leben kannst du auch nicht sagen: „Entschuldigung, aber das passt gerade nicht in meinen Tag.“ Warum sollte es den Charakteren anders gehen als dir. Sie müssen auch mit unvorhersehbaren Dinge klarkommen.

“Das ist aber wirklich Müll, was ich da geschrieben habe.”

Kein Problem. Denn du hast ja noch genügend Zeit bis zur Deadline, weil du früh genug angefangen hast und regelmässig schreibst. Hast du doch, oder?

Kopier den Text raus und sichere ihn in einer Ablage. Vielleicht brauchst du ihn später noch mal, denn…

3) Kein Text ist umsonst

Es wird nichts weggeworfen. Bytes fressen kein Brot und können auf deiner Festplatte dümpeln. Da fristen sie dann ihr Dasein*, bis sie irgendwann mit Leben erweckt werden. Das mag nicht nächsten Monat sein, auch nicht bei dem nächsten Buch, oder dem übernächsten. Aber irgendwann kommt der Tag an dem du sagst: Da hatte ich doch mal was…
Das kann dann eine Formulierung, ein Charakter oder eine Idee sein, die erst jetzt mit Leben gefüllt werden kann.

* (Du machst doch regelmässig Back-Ups? An drei verschiedenen Orten und wenn du ganz sicher gehen willst, liegen die mindestens an zwei physikalischen Orten – also nicht in deiner Wohnung?)

4) Die Uhr schlägt 13

Der erste Satz muss den Leser an der Kehle packen und darf ihn nicht mehr loslassen.

Bitte kein „It was a dark and stormy night…“ LANGWEILIG. Warum sollte ich da weiterlesen? Mit den ersten Sätzen entscheidet sich, ob der Leser Interesse an dem Buch hat oder nicht. Wenn er sich da schon quälen muss, wird seine Motivation für den restlichen Roman nicht größer werden.

 It was a bright, cold day in April, and the clocks were striking thirteen.“

So beginnt Orwells 1984. Ein Satz und schon fragt der Leser sich „Die Uhr schlägt 13?! Warum?“ und liest weiter. Der erste Satz muss eine Ereignis beschreiben, das eine Frage beim Leser auslöst und er wissen will, wie es denn weiter geht. Schnapp dir deine Lieblingsbücher und lies die ersten Sätze durch. Was passiert da? Welche Frage willst du beantwortet haben? Warum lässt dich das Buch nicht los?

Diese Neugier musst du im kompletten ersten Abschnitt aufrecht erhalten. Wenn du für dein Buch 150% gegeben hast, so musst du für den ersten Abschnitt 200% geben. Da muss jedes Wort stimmen, jede Formulierung die Eleganz eines Ninjas haben und die Spannung greifbar sein.

5) Sie hatten meine Neugier. Jetzt haben Sie meine Aufmerksamkeit

Über Tarantino wurde mal gesagt, dass er den Film gerettet hat, weil er die Dialoge wieder ins Kino brachte. Seine Filme sind voll von legendären Sprüchen oder Wortwechseln, die sich jedem Zuschauer  sofort einprägen. Dialoge sind das Salz in der Suppe der eigentliche Geschichte. Die Handlung ist wichtig, ohne Zweifel, aber Dialoge bringen die Charaktere zum Leben, schaffen Persönlichkeiten und geben die Stimmung besser wieder, als es eine Beschreibung könnte.
Wie redet dein Charakter? Nutzt er Fremdworte? Hört sich gerne selber reden und redet viel um den heißen Brei, nutzt dabei viele Relativsätze und Verknüpfungen, so dass man gar nicht mehr weiß, worum es eigentlich ging? Setzt er sich bei Streitgesprächen mit harten Worten durch? Ist er schnell eingeschnappt oder dreht seinem Gegenüber die Worte im Mund rum?
All das gehört auch zu einem lebenden Charakter, nicht nur sein Temperament oder sein Seelenleben. Jeder Mensch redet anders und er redet auch mit jedem anderen Menschen anders. Lass das in deine Geschichte einfliessen und nutze Dialoge nicht nur, um zwei Personen etwas erzählen zu lassen.

5 Tipps von Andrea Schneeberger

5 Tipps zum Schreiben

  1. Lesen, lesen (aber Finger weg von Comics!)
  2. Fang einfach an zu Schreiben! Eine innere Stimme wird dir möglicherweise Gründe aufzählen warum du noch nicht Anfangen sollst oder kannst. Bring diese Stimme zum Schweigen!
  3. Schreibe so oft es geht, auch wenn es harzig läuft. Suche nicht stundenlang nach dem perfekten Satz. Bei der Überarbeitung hast du noch genug Zeit dich damit auseinander zusetzten.
  4. Steht der 1. Entwurf, dann druck ihn aus und lege in ca. zwei bis drei Wochen zur Seite. Etwas Abstand kann wahre Wunder wirken. Fehler, die du zuvor noch überlesen hättest, fallen dir plötzlich auf.
  5. Sei kritisch mit der Geschichte. Ist die Erzählung stringent? Haben die Figuren genug Tiefe? Wie sind die Dialoge (sollten die Story vorantreiben oder Informationen transportieren)? Liest sich die Geschichte spannend oder schläft dir beim Lesen das Gesicht ein?

5 Tipps von Georg Sandhoff

1. Organisiere dich!

 
In der Zeit, in der ich meine Magisterarbeit geschrieben habe (d.h. schon lange, bevor ich mit dem Schreiben von Jenseits der schwarzen Berge anfing), ist mir aufgefallen, dass ich mit einfach-drauflos-schreiben nicht mehr weiter komme. Ich hatte zwar immer wieder mit großen Erzählungen angefangen, aber jeder dieser Versuche ist dann irgendwie im Sande verlaufen.
 
Bei der Magisterarbeit ging das natürlich nicht und so musste ich einen Weg finden, die Sache besser zu organisieren. Es hat sich für mich als brauchbarer Weg erwiesen, zu jedem Projekt eine Mindmap anzulegen, sobald ich die grundsätzliche Idee für das zu bearbeitende Thema gefunden habe. Für Jeseits der schwarzen Berge sieht das so aus:
 
Die Mindmap zu »Jenseits der schwarzen Berge“
 
 
Die Mindmap dient mir dabei als Mittel, um meine Gedanken zu ordnen und die Möglichkeiten auszuloten, die das Thema bietet (Von Mindmaps als Gedächtnisstütze halte ich dagegen nichts, aber das ist ein anderes Thema). Ist die Mindmap fertig, „übersetze“ ich das Ganze in eine Gliederung bzw. das Grundgerüst für einen Plot, an dem ich mich entlanghangele, um zum Beispiel Materialien zu sammeln bzw. Notizen zu machen.
 
Daraus ergeben sich zwei Vorteile für mich: Erstens habe ich so bereits den Weg vor mir, den ich gehen möchte und zweitens kann ich so abschnittsweise vorgehen, so dass ich an einzelne Teile des Textes bearbeiten und bei Bedarf von einem Abschnitt zu einem anderen wechseln kann (z.B. wenn es an einer Stelle hakt).
 
Generell hat es sich für mich als hilfreich erweisen, mir Ziele zu setzen. D.h. nicht, dass sich diese Ziele auch eins zu eins verwirklichen lassen, aber darum geht es auch nicht. Das Wissen allein, ein Ziel vor Augen zu haben, sorgt schon für Orientierung. Was ich mir abgewöhnt habe, ist, mir feste Daten zu setzen, weil immer genug passiert, um auch den besten Plan aus den Bahnen zu werfen (und ich meine damit nicht die Frage, ob es heute Pizza oder Spaghetti geben soll). Stattdessen setze ich mir Meilensteine, mache eine Art To Do-Liste, auf der steht, welche Ziele ich als nächstes erreichen möchte und welche Schritte ich dafür zuvor getan haben muss. So kann ich nach und nach abhaken, welche Schritte ich schon auf dem Weg zu meinem Buch erledigt habe.
 
Und schließlich versuche ich, für meine Arbeit an den Texten Ordnung zu halten (was mir schwerfällt). Um erst gar nicht in die Versuchung zu kommen, schlunzig zu sein, versuche ich, alle Materialien und Daten an einem Ort zu sammeln. Für jedes Projekt richte ich einen eigenen Festplatten-Ordner ein, der mit dem Namen des Projektes benannt ist. Dazu gibt es eine physische Mappe, in der alles landet, was sich nicht auf der Festplatte abspeichern lässt. Ausserdem habe ich in meinem Bücherregal eine feste Ecke, in der alle Bücher stehen, die ich für mein Projekt brauche.
 

2. Wenn der Perfektionismus um die Ecke schaut, erschieße ihn.

 
Man könnte jetzt denken, dass ich einen Hang zum Perfektionismus habe, aber das ist nicht der Fall. Es gibt einen deutlichen Unterschied zwischen „Gut sein“ und „Zum Perfektionismus neigen“. Der Versuch, perfekt sein zu wollen, führt nämlich direkt in die Schreibblockade und sonst nirgendwohin.
Ich mache mir zwar vor dem Schreiben viele Gedanken, wohin die Reise gehen soll, denn gut achtzig Prozent der Arbeit stecken in der Recherche und Vorbereitung, aber wenn ich schreibe, versuche ich, einfach alles, was mir gerade zu meinem Thema einfällt, herunterzuschreiben, ganz gleich, was ich in diesem Moment davon halte. Ich schreibe dazu jeden Text mit der Hand vor (diesen übrigens auch) und benutze dafür ganz klassisch China-Kladden, die den Vorteil haben, dass man nachher keine verlorenen Zettel suchen muss. Das muss man natürlich nicht so halten, aber mir gibt es das Gefühl, konzentrierter am Text zu arbeiten.
 
Wichtig ist für mich, dass ich auch dann weiterscheibe, wenn ich den Eindruck habe, dass das, was ich gerade schreibe, gequirrlte Kacke ist. Und wenn mir nichts Besseres mehr einfällt, dann schreibe ich genau darüber, dass mir nichts Besseres mehr einfällt. Meist hilft das, den Bann zu lösen und im Nachhinein stellt sich heraus, dass das Geschreibsel doch nicht so schlecht war.
 
Es gibt auch Momente, wo man wissen muss, wann man aufhört. Es kommt irgendwann der Punkt, an dem man den Text durch feilen hier und da noch besser machen könnte, aber letztendlich alles Feilen am Text keine wirkliche Verbesserung mehr bringt. Dann sollte man sehen, dass man sein „Kind“ in die Welt entlässt.
 

3. Transpiration kommt vor Inspiration.

 
Ich habe hier auf Literatura Fragmentata schon oft geschrieben, dass es genauso gut auf das Durchhaltevermögen ankommt wie auf die Inspiration. Dass ist eine der Erfahrungen, die man meiner Meinung nach im Laufe der Zeit einfach machen muss.
 
Wie oft höre ich, dass irgendwelche Leute stolz davon erzählen, dass sie stundenlang über einem Satz oder Wort gebrütet haben, bis bei ihnen die „Inspiration“ eingeschlagen hat. Je nach Gemütszustand muss ich dann schmunzeln oder mir innnerlich mein Frühstück durch den Kopf gehen lassen, denn „Auf die Inspiration warten“ ist in meinen Augen nichts anderes als eine Ausrede dafür, sich vor dem Schreiben zu drücken.
 
Als gutes Heilmittel für solche Allüren hat sich in meinem Fall die Arbeit als Journalist erwiesen. Denn wenn du als Journalist auf die Inspiration wartest, hat das nur einen Effekt: Du bist nicht im Heft! Aus. Das war’s. Ende. Also schreibst du, ganz gleich ob du dich „inspiriert“ fühlst oder nicht. Der Rest ist Gehirnf… für Leute, die eine Ausrede suchen, warum sie ihre Arbeit nicht hinbekommen haben.
 
Ich bin der festen überzeugung, dass Training auf lange Sicht Talent schlägt. Ein mittelmäßiger, aber fleißiger Autor kann passable Texte schreiben und ebenso erfolgreich sein wie ein talentierter, der aber seinen Hintern nicht hochkriegt. Das größte Talent bringt nichts, wenn man es nicht pflegt und benutzt. Man muss seine Fähigkeiten kultivieren, wenn man etwas wirklich Gutes zustande bringen will. Und man braucht Durchhaltevermögen, die Fähigkeit, auch dann weiterzumachen, wenn alle sagen, „Lass es!“, wenn die Hater an die Tür klopfen oder trotz aller Mühen und Werbung die Buchverkäufe nicht einmal ausreichen, um sich davon eine Pizza zu holen.
 
Genauso darf man sich nicht davon aufhalten lassen, wenn einem das Leben übel mitspielt. Selbst wenn es versucht, dich hinunterzudrücken, wirst du nicht brechen, sondern weitergehen. Es wird länger dauern als du denkst, aber du gelangst an dein Ziel. Wenn du den festen Willen hat, etwas zu erreichen, dann wird es gelingen, ganz gleich, wer oder was sich dir in den Weg stellt.
 

4. Lerne, mit deinen Werkzeugen umzugehen.

 
Mir war immer wichtig, die Dinge, die ich tue, richtig zu machen — nicht perfekt, aber so, dass ich am Ende sagen kann „Gut gemacht!“. Dazu gehört für mich nicht nur, dass ich mir Gedanken darum mache, wie ich ein Projekt aufziehe, sondern auch, dass ich die Werkzeuge kenne, die ich verwende. 
Ich finde es gruselig, wenn ich sehe, dass viele ihren Computer benutzen wie eine Schreibmaschine und sich nicht damit auseinandersetzen, was man zum Beispiel mit der Textverarbeitung sonst noch machen kann. Ein typisches Beispiel dafür sind Manuskripte, in denen die Formatvorlagen nach Optik benutzt werden. Da wird dann die Vorlage für die überschriften für den Fettdruck benutzt, oder die für die Kopfzeilen für die überschrift usw. Oder es wird für jede überschrift ein neues Format angelegt, bzw. die Vorlagen werden erst gar nicht verwendet.
 
Gerade Selbstverleger sollten sich mit den Möglichkeiten, die der Computer bietet, vertraut machen, damit sie ein ordentliches Produkt abliefern. Die Mittel dazu zu finden, ist nicht schwer und in der Regel auch nicht teuer — wenn man sich ein wenig umschaut, kann man die gesamte Produktionskette vom Schreiben bis zum Layout mit Open Source-Software erledigen, ohne einen Qualitätsverlust gegenüber teurer Kaufsoftware hinnehmen zu müssen.
 
Oft höre ich dann das Argument, „Ja, aber dann muss ich mich ja da erst reinarbeiten, dass kostet mir aber zu viel Zeit, da möchte ich doch lieber schreiben und mach mir keine Gedanken darüber.“. Wer so argumentiert, vergisst, dass ein Buch nicht dann fertig ist, wenn man das letzte Wort getippt hat. Wenn ein Buch ordentlich gemacht sein soll, dann muss man sich um solche Dinge Gedanken machen, sonst kommt nur eines dabei heraus: Ein schlechtes Buch.
 

5. Vernetze dich!

 
Es gibt ja durchaus viele Autoren, die glauben, dass man allein am besten durch die Welt kommt und man sich mit allen Mitteln gegen die „Konkurrenz“ durchsetzen muss.
 
Ich glaube das nicht.
 
Der Buchmarkt funktioniert so nicht. Wenn zum Beispiel jemand gerne Fantasy liest, dann wird er sich nicht für das eine oder andere Buch entscheiden, sondern nach dem einen ein weiteres aus dem selben Bereich kaufen. D. h. gerade für Selfpublisher, dass die Kooperation mit Kollegen nicht dazu führt, dass man sich gegenseitig das Wasser abgräbt, sondern man sich im Gegenteil einander unterstützen kann, z. B. durch gegenseitiges Empfehlen.
 
Es ist so, wie Heinz von Förster gesagt hat, als er den konstruktivistischen Imperativ formuliert hat: „Handle stets so, das sich die Wahlmöglichkeiten [aller] erweitern!“ Man könnte das auch als Rule of Empowerment bezeichnen, die Regel, dass ein Einzelner nur wenig ausrichten kann, wärend Kooperation zwischen Individuen die Möglichkeiten jedes Einzelnen stark erweitert (Darin liegt auch der Unterschied zwischen kooperativen und autoritären Zusammenschlüssen. In der Kooperation haben alle etwas davon, in der autoritären Ausrichtung, werden dagegen alle Beteiligten auf ein Ziel eingeschränkt).
 
Dadurch, dass ich mit anderen kooperiere, gebe ich mein Wissen, meine Fähigkeiten und meine Handlungsmöglichkeiten an andere weiter und erhalte dasselbe zurück. Wichtig ist aber dabei, sich selbst nicht dabei zu vernachlässigen. Wer immer nur gibt, wird ausgebeutet. Als goldene Regel kann man vielleicht festhalten: „Sei hilfreich für andere, ohne dich selbst dabei zu vergessen“.
 
Man muss allerdings darauf achten, dass man mit Leuten zusammenarbeitet, die ein wirkliches Interesse an Kooperation haben. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man sich vor Leuten hüten sollte, die fertige Rezepte für alles haben. Solche, die gerne sagen, wo’s langgeht, die jedem zuerst einmal erklären müssen, wie toll sie doch sind oder denen alles, was sie nicht selbst machen, nicht gut genug ist.
 
Ich glaube, das jemand, der wirklich gut ist, eine Meinung hat, ohne diese Anderen aufdrängen zu müssen, eine Meinung, die nicht in Stein gemeißelt ist. Jemand, der sagen kann, „Ja, du hast recht“, wenn er selbst falsch liegt. Es geht eigentlich immer darum, ein echtes Interesse daran zu haben, mit Anderen zusammenzuarbeiten, denn Erfolg hat letztendlich nichts damit zu tun, dass man sich vor anderen produziert, sondern eher damit, dass man mit anderen eine Gemeinschaft von Leuten aufbaut, die sich gegenseitig voranbringen.
 
Man braucht sich nur ein wenig in der Literaturgeschichte umschauen, um zu sehen, dass viele Autoren, die bekannt wurden, Teil einer Gruppe von ähnlich guten Schriftstellern waren. Goethe, Kafka, Hemmingway, Mann, Tolkien und viele andere waren nur der herausragende Teil solcher Gruppen von Autoren, die sich gegenseitig unterstützt haben. Die Vorstellung vom Genie, das große Kunst im stille Kämmerlein schafft ist nichts weiter als das: Eine romantische Vorstellung.
 
Deswegen lohnt es sich, sich mit anderen Autoren zusammenzutun, statt im stillen Kämmerlein vom Geniestreich zu träumen.

5 Tipps von Andrè Ka

1. Fuuuuusion!

Sammelt doch einmal Neben- oder Seitencharaktere in eurer Geschichte, die nur für einen Bruchteil vorkommen und noch einen flachen Eindruck beim Beta-Leser erwecken. Schmeißt sie mit all ihren Eigenschaften in einen Topf und gebt ihnen dann eine Aufgabe, die wichtig für die Geschichte ist.

Was bekommt man?

Ein Beispiel:

Gary ist Neurochirurg in der Klinik, die euer Hauptcharakter nach einem bestandenen Abenteuer gegen die Horden von Dämonen, (die des Nachts sämtliche Kühltruhen der Stadt ausrauben, die Schweine!) besucht. Gary sagt nur wenige Sätze, scheint aber ein cleveres Kerlchen zu sein.

Peter ist Taxifahrer und leidenschaftlicher Sänger für modernen Soul. Er pflegt sein Auto, schließlich ist es sein Herz- und Arbeitsstück. Er singt während seiner Arbeit sehr gern. Leider hat der Held nur ein kurzes Gespräch mit ihm, als er zum Showdown mit den Dämonen gefahren werden will, die sämtliches Toilettenpapier der Stadt gestohlen haben, um damit eine gewaltige Chtulu-Statue auf dem Alexanderplatz in Berlin zu errichten.

… was, wenn Gary und Peter ein und dieselbe Person wären? Was, wenn dieser Charakter dem Helden der Geschichte an denselben Stellen, allerdings als „eine“ fusionierte Person begegnet? Würde ihn das für den Leser interessanter machen? In vielen Fällen ist das… der… Fall. (Oh Mann. Satzbaustärke + 5, noch zehn weitere Erfahrungspunkte und ich kann mir endlich diesen „finden Sie die richtigen Wörter für ihre Formulierungen“-Skill ausbauen.)

Ein bei seiner Arbeit Soul singender Neurochirurg mit einer Leidenschaft für Taxis, der in seiner Freizeit andere Menschen durch die Gegend fahren muss, weil sein Gehalt nicht ausreicht, um seinen exzentrischen Lebensstil zu unterhalten. Das wäre doch beinahe eine Nebengeschichte wert. 😉

2. Jeder hat ein Ziel – immer

Jeder Charakter hat ein Ziel, sicher, dass sollte nichts neues sein, aber durchsucht doch einmal euer Manuskript nach Szenenzielen für jeden eurer Protagonisten. Hat der Held in jeder Szene ein klar definiertes Ziel? Super! Jetzt nehmt ihr euch einfach noch einmal sämtlichen Dialog in der Szene vor und schreibt jede Reaktion, jede Interaktion dieses Charakters im Lichte dieses erklärten Ziels – taucht dafür auch ruhig in dessen Unterbewusstsein ab, schließlich sind sich Helden nicht immer darüber im Klaren, wohin es mit ihnen gehen soll. 😉

Oh, und weil das noch nicht genügend Arbeit ist, wiederholt dieses Verfahren doch einfach einmal mit sämtlichen Charakteren in der Szene und vergleicht am Ende einmal beide Produkte – voher/nachher – miteinander. Nehmt dann die Version, die euch am besten gefällt. 🙂

3. Über neunTAUSEEEEND!!!

Damit meine ich nicht die aktuellen Ergebnisse meiner stündlichen Kalorienzählung, auch wenn der Wert in etwa hinkommt, sondern die Anzahl der Subplots.

Subplots sind kleine „Nebengeschichten“ die parallel zu eurer eigentlichen Story verlaufen. Viele Schreibratgeber oder Autoren vertreten die Meinung, dass es irgendwann „zu viel“ wird, oder einer Nebengeschichte so aus dem Ufer laufen kann, dass sie die eigentliche Hauptstory sogar in den Schatten stellt. Daher wird generell empfohlen, die Anzahl der Subplots möglichst gering zu halten.

Aber was, wenn ihr noch soviel mehr zu erzählen habt, aber nicht einfach noch 500 Seiten in euer Manuskript packen könnt/möchtet?

Das Zauberwort, meiner Meinung nach, heißt relevante Kopplung.

Das, was ich als relevante Kopplung bezeichne, ermöglicht es in der Theorie beliebig viele Subplots in euer Manuskript zu bringen, solange sie mit einem sehr bedeutsamen Attribut ausgestattet sind:

Relevanz.

Wofür? Für den Haupt-Plot.

Ich gebe einfach wieder einmal ein Beispiel.

Separieren wir einmal Hauptplot und Subplot und sehen uns die Geschichte eines Mannes an, der ein Halbdämon ist und als zweites Standbein eine Karriere als professionieller Kunsträuber von Mopsporträts führt. Es gibt einen dicken Safe am Ende der Geschichte zu knacken, den er mit viel Geduld sogar öffnen kann. Ende des Hauptplots.

Derselbe Mann, nennen wir ihn der Einfachheit halber Arthur Jamal Uwe Fidjani Susanne (der Name seiner Schwippschwagertante töchterlicherseits) lernt eine nette Frau kennen, geht mir ihr Essen und verbringt anschließend ein paar romantische Stunden mit ihr. Ende des Subplots.

Arthur Jamal Uwe Fidjani führt eine fachliche Unterhaltung mit einem Diebeskollegen über ein seltenes Werkzeug. Ende Subplot Nummer zwei.

So laufen viele moderne Romane ab, was in meinen Augen vollkommen legitim ist – schließlich wird der Charakter mit solchen Subplots gezeigt, (im Sinne von Show, don’t tell, bro) aber wenn man drei, vier, fünf solcher Subplots einfach hintereinander wegschreibt wird das Buch einfach nur dicker – nicht dichter.

Jetzt nehmen wir einfach mal an, Arthur Jamal Uwe Fidjani Susanne will einen Safe knacken. Leider muss er dafür mehrere Dinge schaffen: Den Zugangscode für den Tresorraum, den er nicht hat, befindet sich im Besitz einer geheimnisvollen Frau, die ihn zu seiner eigenen Überraschung zu einem netten Essen einlädt. Das spezielle Werkzeug, dass man für das lautlose Öffnen des Safes benötigt, soll angeblich ihrem Vater gehören – einem Polizisten und Dämonenjäger. Sein Erfolg hängt also ab sofort von seinem Charme und seiner Dreistigkeit ab, vielleicht verdreht ihm die Frau auch noch den Kopf und er kann sich nicht mehr auf den Safe konzentrieren, whups! Wird er es noch schaffen, bevor man den Tresor aus der Stadt schafft, um ihn in ein Museum für Badewassersalze zu verfrachten?

Ist die Story dichter, oder einfach nur dicker geworden? 🙂

Das ist in meinen Augen der Schlüssel dazu, mit einer unverschämt hohen Anzahl von Subplots einfach ungeschoren davonzukommen: Die relevante Kopplung. Erhöht Spannung, Tempo, Dichte und Atmosphäre, wobei gleichzeitig noch immer alle Vorzüge eines Subplots genossen werden können: Charakterentwicklung zeigen, Auszeiten fürs Durchatmen und natürlich Lesefluss.

4. E.D.L und F.U.D.A.N.D.F.A.W.H.H.M.A.

Ja, das sind wirkliche Abkürzungen.

Öhm. Also. Na gut, sind sie nicht wirklich. Trotzdem umschreiben sie einen der besten Tricks, wie man den Spannungsfluss aufrechterhalten kann – und hey, wer mag das nicht?

Nehmt euch einfach eine beliebige Situation eures Helden aus eurer Geschichte, sucht nach dem in der Szene vorherrschenden Konflikt und schaut euch den Ausgang an. Gewinnt der Held, hat er Erfolg? Oder tritt er volle Kanne in das phagozytische Endprodukt einer komplex verzweigten Kohlenhydratkette?

Setzt hinter das Ergebnis des Konflikts einmal experimentellerweise folgendes:

Erfolg! Doch leider…

UND

Fettnäpfchen! Fail! Fehlschlag! …und dann auch noch die Friteuse, autsch, verdammtes Fakirbrett, argh, wer hat hier Mausefallen aufgestellt, oh Gott, ein Güllelaster?

Gut, nicht unbedingt in der Reihenfolge, was das Fettnäpfchen angeht, aber ihr versteht sicher, was ich meine. Wenn ihr konstant hohe Spannung haben möchtet, ist nur noch ein wenig kreativer Hirnschmalz vonnöten, um das ganze im Rollen zu behalten. (Zum Thema ultimative Spannung: Würstchen.)

5. Wenns mal wieder länger dauert…

…macht doch einfach mal eine Pause. Im besten Fall vielleicht sogar einen Spaziergang ins Grüne, zum Abschalten, Entspannen und Energie tanken, Sauerstoff in euer Telencepahlon schwemmen. Das wirkt wahre Wunder, wenn ihr euer Gehirn mit zu viel Arbeit und Überlegen so gut gegrillt habt, dass es sich der nächste Untote im McBurgerFriedDunkin’Domino im KidsMenu bestellt. Probiert es einfach aus! 🙂

5 Tipps von Sabine Schaefer

1. Bleib gelassen.

Autoren haben naturgemäß eine galoppierende Fantasie, die sie überall Hindernisse und
Katastrophen erdenken lässt. Was, wenn ich mit meinem Werk zu spät komme, den
richtigen Moment zur Veröffentlichung verpasse? Was, wenn mir jemand meine Ideen klaut?
Was, wenn ich für mein Werk verlacht, verachtet oder sogar gehasst werde? Aber am
allerschlimmsten:  Was, wenn niemand meine Texte lesen will?
Relax.
Der Markt ist riesig. Ideen werden immer zeitgleich an verschiedenen Stellen verfolgt, und
niemandem schadet es. Jeder Autor ist einzigartig, mit ganz eigener Stimme und
persönlichen Schwerpunkten. Daher gleicht keine Liebesgeschichte einer anderen, obwohl
letztlich immer Herz zum Herzen findet, deshalb ist jeder Krimi neu, obwohl es immer um die
Aufklärung des perfekten Verbrechens geht. Geschmäcker sind verschieden, es gibt keine
Nische, die nicht bedient werden will. Also gibt es für alles ein Publikum – und die anderen
lässt man eben lesen, was sie wollen. Es ist für alle genug da. Gib nicht auf, verbessere dein
Handwerk, dann findest du dein Zielpublikum zur gegebenen Zeit.

2. Zum Teufel mit den Plattitüden

»Show, don´t tell«, »schreib, was du kennst«, »Prologe sind von Übel«, »Adjektive sind
böse«, »Kill your darlings!« …
Jeder, der sich je mit dem Schreibhandwerk beschäftigt hat, kennt diese Aussagen. Sie
werden wieder und wieder zitiert, interpretiert und gepredigt. Vergiss das alles, während du
schreibst! Ein Roman entsteht, indem man Worte aneinanderreiht, die inhaltlich einen Sinn
ergeben und eine Geschichte erzählen. Das ist wichtig. Die Form, der Stil, die Technik – das
alles kommt erst viel später. Deine Geschichte muss einen Anfang und ein Ende haben und
dazwischen logisch von A über B nach C führen. Danach braucht sie vor allem eins: Zeit, in
Vergessenheit zu geraten. Lies in dieser Zeit die Ratgeber. Setze dich damit auseinander.
Führe Gespräche mit anderen Autoren. Und irgendwann holst du dein Manuskript wieder
hervor, schaust es dir an und beginnst, all deine Erkenntnisse in die erste von vielen
Überarbeitungsrunden zu stecken. Herzlichen Glückwunsch – jetzt bist du AutorIn!

3. Sei eine Löwenmutter

Deine unfertigen Texte sind noch klein, tapsig und ein gefundenes Fressen für Hyänen.
Beschütze sie! Lass niemanden in die Nähe, selbst wenn du noch so unsicher bist, ob das in
Ordnung ist, dass deine Welpen Streifen haben und so komische bunte Federn. Die
wachsen sich aus, wenn du erst einige Übung in der Fellpflege hast. Unter all diesen
Äußerlichkeiten steckt deine ganz eigene DNA, die kannst nur du zu dem formen, was
einmal dein Roman wird. Erst nach all dem Weglegen, Lernen, Überarbeiten (du erinnerst
dich?) suche dir einen, höchstens zwei Leser, die bereit und in der Lage sind, sinnvolle und
fundierte Kritik zu leisten. Die helfen, auch die letzten Federn noch auszubürsten, die letzten
Streifen auszukämmen.

4. Wahrhaftigkeit geht vor Trend

Was nützt der schönste Vampir-Hype, wenn man partout keinen Horror, keine Dark
Romantasy schreiben mag? Was hilft es, dass Serienkiller sich mit Chick-Lit um die TOP 10
streiten, wenn dir das einfach nichts gibt? Nix. Du kannst dich auf den Kopf stellen, die Luft
anhalten, bis du blau anläufst und frustriert in deine Kissen schreien. Du wirst keinen Hit in
diesen Genres landen. Vielleicht weißt du noch gar nicht, in welches Genre dein Roman
gehört? Vielleicht ist er ein bisschen von allem, vielleicht ist er etwas ganz Neues? Zerbrich
dir nicht den Kopf.
Regalbezeichnungen sind für Buchhändler, den Lesern sind sie egal, solange die Handlung
sie anspricht. Schreib deine Geschichte, so wie sie in dir steckt und vertrau darauf, dass
genau das sie zu etwas Besonderem macht. (Und dann kommt wieder unser Liegenlassen,
etc.-Ding, du weißt schon …)

5. Lass los

Perfektionismus ist für Feiglinge. Sagt eine, die am liebsten alles lupenrein haben möchte.
Aber das geht eben nicht. Ein makelloser Roman ist eine Fiktion an sich. Es gibt nichts, das
sich nicht noch treffender, noch bildhafter, noch unmittelbarer ausdrücken lässt. Gib, was du
hast (du weißt schon, wie oben, ne? ;-)) und dann lass deine Geschichte ziehen. Mit jedem
neuen Roman wächst du, lernst dazu, machst neue Fehler und wirst dabei klüger. Autor ist
man nicht, man wird es immer wieder neu, jeden Tag.

5 Tipps von Anja Bagus

1. Brenne für das, was du tust. Schreib kein Buch, sondern schreib einfach. Was dann daraus wird, kann ja alles mögliche sein. Dir steht die Welt offen. Aber wenn du selbst nicht unendlich begeistert davon bist, wie soll jemand anders es sein? Verbanne während des Schreibens alle Gedanken an die anderen Schriftsteller, an das Marketing, an die Schreibratgeber und an das, was du glaubst gelernt zu haben. Lass deine innere Stimme herauskommen.

2. Wenn du dann fertig bist, und das wirst du irgendwann sein, dann lege es weg und mach dir all diese Gedanken, die ich oben verboten habe. Überlege dir: Wer soll mein Buch eigentlich lesen? Wem könnte es gefallen? Suche diese Leute. Verfolge, was sie tun. Sie sind deine Zielgruppe, die du mit deinem Buch begeistern willst. Lerne sie genau kennen. Denk darüber nach, ob du wirklich so viele Textpassagen in Dialekt schreiben willst. Lies ein paar Schreibratgeberseiten und denke darüber nach. Aber rühr deinen Text ein paar Tage, besser Wochen nicht an!!!! Lass ihn reifen. Ehrlich. Warum? Weil es eine Weile dauert. Du wirst Zweifel bekommen, du wirst über einige Stellen denken: ist das zu viel, oder zu wenig? Ist das logisch? Ist das realistisch? Oder was auch immer. Und entweder geht dieses Gefühl weg, oder es bleibt. Wenn es bleibt, dann ist es wichtig. Wenn es weggeht, dann war es nur dieser Zweifelkobold, der immer was zu nörgeln hat.

3. Liebe deine Figuren. Ich fange damit an, dass ich ihnen Sternzeichen zuordne. Auch wenn man nicht daran glaubt, es ist hilfreich, die Charakterbeschreibung rund zu bekommen. Es sind ja letztlich Stereotype, die dort beschrieben werden. Ich weiß, was meine Charaktere gerne essen, was sie gerne anziehen und jeder hat einen „Tick“. Annabelle kaut zB auf ihren Haaren herum, eine andere beisst sich die Lippe blutig. Jeder hat solche Ticks, und auch eure Personen sollten so etwas haben. Es ist eigentlich nicht so wichtig, dass man genau weiß, wie jemand aussieht, aber dafür habe ich trotzdem Pinterest Boards mit Schauspielern und anderen Bildern. Nicht falsch verstehen: natürlich ist es wichtig, dass ihr wisst, wie eure Figuren aussehen. Bedenkt bei der Beschreibung aber, aus welchem Blickwinkel ihr sie beschreibt. Spätestens seit „Bauer sucht Frau“ sollte jedem klar sein, dass es immer Ansichtssache ist, ob jemand attraktiv ist.

4. Geh auf die Leute in den social media zu, aber bitte gib zuerst etwas, bevor du etwas forderst. Es gibt für alles Gruppen, aber schau erstmal sorgfältig rein, oder frag die Admins um Rat. Ich habe gute Erfahrungen mit der Gründung von eigenen Gruppen gemacht. Sei ehrlich und authentisch. Ich bin ich- andere machen es mit Pseudonym, wie auch immer. Sei interesant, sei jemand, mit dem du selbst befreundet sein willst. Poste nur selten Sachen, die andere runterziehen und versuch auch in der Werbung originell zu sein. Natürlich sollst du Werbung machen, aber sei sensibel. Werbung kann Spass machen, versuch das auch. Das geht auch ohne Budget.

5. Wenn du es ernsthaft betreiben willst, dann hab einen Plan. Schreib weiter, schreib mehr, denn seine Leser wollen mehr. Überleg dir, wo du hin willst, und mach dich auf die Reise. Saug alles auf, was du lesen kannst darüber, wie es die anderen machen. Und dann denk darüber nach. Prüfe dich: du bist nicht Mrs. Rowling, und auch nicht Mr. Tolkien. Wer bist du aber? Was hast du zu bieten? Du bist ein Verkäufer und deine Bücher sind deine Waren. Aber es ist zunächst nicht das selbst geschriebene Wort, welches deine Leser findet, sondern dein Cover, deine Werbung und die Worte, die andere über dich sagen. Wenn du bekannt werden willst, musst du sichtbar werden. Schau dir an, wie Leute sichtbar werden und such deinen Weg. Mach es denen nach, die du magst, nicht denen, die nerven. Letztlich bist du ein Teil deines Erfolges (siehe das letzte Buch der Rowling, welches erst einschlug, als klar war, wer es geschrieben hat). Biete den Leuten eine gute Show, mehr muss es nicht sein. Bleib dran, denn nichts ist schneller vergessen, als das lustige Posting von gestern.

5 Tipps von Nina C. Hasse

1. Schreib über das, was du liebst!

Gorki_SchnitzelViele raten beim Schreiben zu dem Grundsatz »Schreibe über das, was du kennst.« Das halte ich für ein fatales Ausschlussprinzip. Wenn ich mich lediglich in meiner kleinen Was-ich-kenne-Blase aufhalte, lerne ich nicht dazu, entwickle mich nicht weiter. Daher finde ich den Rat »Schreibe über das, was du liebst, wofür du dich begeistern kannst« sehr viel wertvoller. Ich hatte zu Beginn von Ersticktes Matt kaum Ahnung von Schach, kannte die Grundregeln, konnte es mit Ach und Krach spielen. Mehrfach musste ich mir anhören: »Warum schreibst du über etwas, wovon du keine Ahnung hast?« Weil ich es will. Weil es mir Spaß macht. Weil ich gerne lerne. Aus mir ist nun kein Schachprofi geworden, das war auch nicht meine Intention. Trotzdem habe ich viel darüber gelesen und gelernt. Wenn du einen Roman über Kannibalismus bei den Korowai in Papua-Neuguinea schreiben willst, dann tu das – auch wenn du noch nie da warst und bisher (hoffentlich) noch keinen Menschen verspeist hast. Wir leben in Zeiten, in denen Informationen so reichhaltig sind wie noch nie. Es wäre doch schade, sie nicht zu nutzen. Denn wie Maxim Gorki schon so treffend sagte: »Man muss nicht in der Bratpfanne gelegen haben, um über ein Schnitzel zu schreiben.«

2. Planung ist die halbe Miete!

Dies gilt nicht nur für einen Thriller, sondern für jedes Genre und generell jede Art von Text. Was will ich mit meinem Text aussagen, wo soll die Reise hingehen, was möchte ich meinem Leser mitteilen? Ohne Planung geht es kaum. Das habe ich auch bei meinem Roman gemerkt und ich würde beim zweiten viel genauer und umfangreicher planen. Damit meine ich nicht nur den Plot, sondern auch die Rollen der einzelnen Figuren stärker fest- oder einen Zeitstrahl anlegen. Gute Planung vereinfacht so vieles und ermöglicht es, den Schreibprozess viel schneller zu durchlaufen. Ich weiß, es gibt auch Autoren, die aus dem Bauch heraus eine perfekte Geschichte entwickeln können, aber die sind eher in der Minderheit. Auch wenn du lieber einfach drauflosschreibst: Probiere es einmal mit einem Plan und schau, ob das was für dich ist. Du kannst beim Schreiben selbst immer noch viel ändern. Ich glaube, durch eine gute Planung VOR dem eigentlichen Schreiben lassen sich viele unvollendete Manuskripte verhindern.

3. Schreib die erste Fassung so schnell wie möglich!

Das hat mehrere Vorteile: viele Erfolgserlebnisse in kurzer Zeit, du siehst den Roman wachsen und gedeihen und musst dich nicht nach einer wochenlangen Pause wieder in die Handlung einarbeiten. Am besten sind natürlich täglich feste Schreibzeiten, was teilweise schwierig sein kann, wenn du Beruf und/oder Familie hast. Dennoch solltest du es ausprobieren und wenn es nur eine halbe Stunde täglich ist, die du abends weniger fernsiehst. Ich habe Ersticktes Matt über einen quälend langen Zeitraum von drei Jahren geschrieben, mit teilweise monatelangen Pausen. Ich glaube nicht, dass das der Geschichte gut getan hat. Mir jedenfalls nicht. Jedes Mal, wenn ich mich nach einer Schreibpause wieder an das Manuskript wagte, bin ich in den ersten Tagen über dem Text verzweifelt, weil es schwer war, wieder hineinzufinden. Das ist unwahrscheinlich demotivierend. Empfehlenswert, um viel Textmasse in kurzer Zeit zu produzieren (siehe auch Punkt 4), sind Schreibevents wie der NaNoWriMo im November oder das Camp NaNoWriMo im April/Juli. Die Motivation, die du durch den ständig wachsenden Wordcount und das Schreiben mit anderen erfährst, ist unglaublich. Dein Roman wird es dir danken.

4. Erlaube dir, schlecht zu schreiben!

Vielleicht ist dies der wichtigste Tipp von allen… Ich habe lange dafür gebraucht und muss mich auch heute noch dazu durchringen, nicht stundenlang an einem gerade erst niedergeschriebenen Satz herumzufeilen. Auch wenn es schwerfällt, das zu glauben, aber: Kein Satz ist  in Stein gemeißelt. Du kannst sie so oft verändern, wie du möchtest, sie streichen, teilen oder genau so lassen, wie sie sind. Perfektionismus hat in der Rohfassung noch nichts zu suchen – im Gegenteil, meistens hemmt er eher. Genauso wie die Überarbeitung während des eigentlichen Schreibprozesses. Man verliert sich in Details, die unwichtiger nicht sein könnten. Schreib das verdammte Ding zuerst nieder, du kannst hinterher immer noch alles ändern, was dir nicht gefällt. Denn schon Hemingway wusste: »Der erste Entwurf ist immer scheiße.«

5. Tausch dich mit anderen Autoren aus!

Die Zeiten, in denen der Schriftsteller einsam mit einer Flasche Wein und seiner Depression in einer kargen Dachkammer vor der Underwood saß, sind vorbei. »Gott sei Dank!«, möchte man beinahe ausrufen. Nichts ist schöner, als sich mit Menschen auszutauschen, die der gleichen Leidenschaft frönen. Ob online bei Facebook, Twitter oder in Schriftstellerforen oder persönlich im Café oder der Schreibstube – geh hinaus in die Welt und verkünde: »Ja, ich schreibe!« Du wirst jede Menge Gleichgesinnte treffen, mit denen du über deine Texte sprechen kannst, die dich motivieren, wenn es mal nicht so gut läuft und dir Feedback zu deinen Geschichten geben. Allein und für sich schreiben ist gut und schön, aber viel mehr Spaß macht es im Austausch mit anderen.

Agenten der Galaxis von B.C. Bolt

intrigenkücheUm von der Raumstation Ennon zu fliehen, stehlen Adrian und Minkas ausgerechnet das Raumfahrzeug eines Starkochs. Die Automatik lässt sie direkt im Hangar des Kaiserhofs andocken. Sofort treffen die ersten Menübestellungen ein. Während Adrian den Hochadel mit Hausmannskost entzückt, verliebt sich Minkas in die Tochter eines Lords und steht eines Tages sogar dem Kaiser persönlich gegenüber. Doch dann verschwindet ein kostbares Schmuckstück. Unbekannte verüben ein Attentat auf den jungen Prinzen Anel von Hasfenion. Sofort verdächtigen die vollkommen zerstrittenen Geheimdienste die beiden neuen Köche. Und so finden sich Adrian und Minkas in einer Intrigenküche wieder, der sie nur lebend entkommen können, wenn sie die wahren Schuldigen überführen.

fiaskoroyal


Der Mordversuch an Prinz Anel ist vereitelt, die Verschwörer sitzen hinter Gittern. Nun könnte für Adrian und Minkas endlich ein geruhsames Leben am Hof beginnen, da dreht sich das Intrigen-Karussell ein zweites Mal.
Der Kaiser wird entführt und auf die Station Ennon gebracht.
Während Minkas alles daran setzt, den Herrscher der Galaxis aus den Händen der Rebellen zu befreien, folgt Adrian einer noch geheimeren Mission. Er macht sich auf die Suche nach dem Buch der Namen, jenem legendären Datenträger, auf dem die wahre Herkunft aller Adligen gespeichert ist. Findet er sie nicht vor den Verschwörern, ist das Schicksal des Reiches besiegelt.

Drachenmord von B.C. Bolt

drachenmord

Drachen besiegt man nicht!

Das weiß niemand besser als der Drachenjäger Anjûl. Einst gefürchtet und hoch angesehen, muss er sich inzwischen im tiefsten Wald verstecken. Gerade wähnt er sich in Sicherheit, da wird er gefunden, und zu den Drachennestern gebracht. Statt gefressen zu werden, wie er erwartet, erfährt er Schmach und Demütigung: Er wird magisch in den Dienst der Drachen gezwungen. Und als sei das noch nicht übel genug, soll ausgerechnet er den Mord an jenem Drachen aufklären, den er verabscheute, wie keinen zweiten: Nyredd, genannt „der Silberne“, der Jungfernräuber und Schatzbewahrer.

Mit Drachen schließt man keine Freundschaften!

Dass man ihm den Jungdrachen Lynfir mitgibt, macht die Sache für Anjûl nicht besser, auch wenn Lynfir für einen Drachen ziemlich charmant ist – jedenfalls bis er sich in die Drachendame Mygra verliebt. Aber auch Anjûl bleibt vor den Schmerzen der Liebe nicht verschont. Er fühlt sich unwiderstehlich zu der schönen Königstochter Nerade hingezogen, die jedoch als Drachenjungfer leider zu ewiger Jungfräulichkeit verpflichtet ist.

 

Anja Bagus / AEtherwelt



 Dem geneigten Steampunkleser möchte ich vor allem die AEtherwelt-Trilogie der erfolgreichen Steampunkautorin Anja Bagus ans Herz legen:

Æther gestaltet die Welt neu. Jeden Tag werden Entdeckungen und Erfindungen gemacht, die das Leben, die Technik, Tiere und Menschen verändern. Heute noch Luftschiffkapitän, morgen ein Monster mit Fell und Krallen, Flügel und Schnabel. Niemand weiß, ob er am nächsten Tag mit einer seltsamen Fähigkeit erwacht.
Annabelle Rosenherz ist so eine Veränderte. Mit ihrer grünen Hand kann sie heilen und töten. Während die Welt sich langsam an die neuen Gegebenheiten gewöhnt, vermisst sie immer noch schmerzhaft ihren Vater, der nun seit zwei Jahren verschwunden ist. In drei Romanen schildert Anja Bagus mal spannend, mal gefühlvoll, aber stets unterhaltsam das Leben und die Abenteuer von Annabelle.