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Results for category "Die 5 Tipps"

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Was sind ‚die 5 Tipps‘ ?

Hinter den 5 Tipps verbergen sich Ratschläge von Autoren und Autorinnen für ebensolche, oder die, die es werden wollen.

In den Beiträgen teilen sie die Erfahrungen, die sie beim Schreiben von Büchern oder anderen Texten gemacht haben.

5 Tipps von Arwyn Yale

1. Üben, üben, üben

Schreiben ist ein Handwerk. Sicherlich gehört auch eine große Portion Talent und vor allem Disziplin dazu. Ich denke, jeder, der ernsthaft schreiben möchte, sollte üben, üben und üben. Kurzgeschichten zu schreiben ist ein prima Anfang. Man kann sich auf wenige Figuren konzentrieren und einen Handlungsstrang ausarbeiten. Man kann da wunderbar experimentieren, seinen eigenen Stil finden, Vorlieben herausfinden. Schreibe ich lieber in der Ich-Form oder ist mir ein allwissender Erzähler am liebsten? Kann ich eher aus der Sicht einer weiblichen oder eines männlichen Protagonisten schreiben? Welche Zeitform eignet sich für welche Geschichte? Man kann verschiedene Genres ausprobieren oder auch mixen. Fast alles ist erlaubt. Und vor allem hat man schnell ein Erfolgserlebnis. Einen Roman zu Ende zu bringen, das erfordert viel Zeit. Damit sollte man nicht unbedingt anfangen, wenn man kaum oder wenig Schreiberfahrung hat. Bei Kurzgeschichten ist das anders. Die können auch mal nur eine Seite lang sein.
Viele mögen keine Kurzgeschichten. Aber es liegt an einem selbst, wie man sie gestaltet. Sind einem die Kurzgeschichten, die man in den Zeitschriften oft liest zu lahm oder zu langweilig, dann kann man versuchen, ob es einem gelingt, mit wenigen Seiten Spannung aufzubauen. Eine großartige Herausforderung.

2.Die Figuren genau kennen

Ich schreibe immer einen Steckbrief zu jeder Person. Dort ist das Aussehen notiert, die Charaktereigenschaften, die Biografie etc. Zum einen ist dies wichtig, damit einem keinen blöden Fehler passieren. Auf Seite 2 hat der Protagonist blaue Augen, zehn Seiten weiter braune.
Um über jemanden zu schreiben, muss man seine Geschichte kennen, sonst besteht die Gefahr, dass die Person blass und farblos bleibt oder austauschbar wird. Als Autor erfindet man nicht nur Geschichten, man erzählt sie, man erzählt über Personen, die einem im Laufe des Schreibens ans Herz wachsen.
Wie also kann ich meine Figuren so gut kennenlernen, dass sie authentisch wirken?
Da hat jeder Autor so seine eigene Methode. Man muss gucken, womit man am besten arbeiten kann. Aber hier ein paar Beispiele:

-Im Freundes und Bekanntenkreis umgucken. Welche Eigenschaften haben meine Freunde, Arbeitskollegen etc? Wie verhalten sie sich in bestimmten Situationen? Ich rate nicht dazu den gehassten Arbeitskollegen 1:1 zu übernehmen für den nächsten Roman. Aber vielleicht hat er eine witzige Marotte, die man etwas abgewandelt übernehmen könnte.
Es gab einen Streit auf der letzten Party, der völlig überzogen war? Was war da los? Gab es Missverständnisse? Ich rede nicht davon, die Situationen 1:1 zu übernehmen, sondern zu gucken, wie entstehen Konflikte, wie ticken Menschen in Stresssituationen, wie bei Alkoholkonsum etc.

Eigenschaften aufschreiben, die die Person haben soll. Die Devise lautet: Show- don´t tell. Nicht einfach alle Eigenschaften des Protagonisten im ersten Kapitel aufzählen. Soll er jähzornig sein, dann beschreibt eine Szene, in der er wegen einer Kleinigkeit ausflippt. Soll er ängstlich sein, beschreibt, wie ihm im Fahrstuhl der Schweiß ausbrich etc.

wichtig ist, dass er authentisch bleibt. Wenn er ängstlich ist und ab Kapitel 20 auf einmal ohne ersichtlichen Grund oder nachvollziehbare Erklärung cool jeder Gefahrensituation trotzt, wirkt das nicht realistisch.

3. Einfach weiterschreiben

Ich glaube nicht an Schreibblockaden. Ich denke, es ist gibt Tage, da fällt es einem leichter zu schreiben, als an anderen Tagen. Manchmal sitze ich da und jeder Satz wirkt verkrampft. Ich habe Konzentrationsschwierigkeiten, jeder Satz wird dreimal umgeschrieben und gefällt immer noch nicht. Dann schreibe ich an etwas anderem weiter. Entweder schreibe ich an einer anderen Szene, die später vorkommen soll, oder ich schreibe an Dialogen und füge die hinterher an die richtigen Stellen ein. Manchmal schreibe ich auch an einem anderen Projekt weiter. Wichtig ist, am Ball zu bleiben. Sich nicht frustriert zurückzuziehen. Einfach weiterschreiben. Und wenn es nur Übungen sind.

4. Flexibel sein
Oft kommen einem einfach Ideen, wenn man gerade nicht am PC sitzt. Die Story steht zwar schon, der Plot ist durchdacht und man muss man es einfach nur noch Kapitel für Kapitel aufschreiben. Ich schreibe selten einfach drauf los. Bei einem Krimi oder Thriller kann ich mir das gar nicht vorstellen. Da plane ich vorher gründlich. Und dennoch kommen beim Abwaschen, einkaufen oder Müll rausbringen Ideen, was der Täter noch alles auf dem Kerbholz haben könnte. Oder woher sich das Opfer und Täter noch gekannt haben könnten. Ich halte nicht stur an dem Konzept fest. Viele gute Ideen, Wendungen etc sind mir gekommen, als die Story schon fest stand. Dann muss man gucken, will ich das wirklich ändern, lohnt sich das? Wenn es sich lohnt, man die neue Idee viel besser findet, dann sollte man sich die Mühe machen. Flexibilität kann sich auszahlen. Wichtig ist, dass man selbst zufrieden ist. Wie will man hinter einem Buch stehen, von den man weiß, man hätte es besser machen können, wäre man nicht zu faul gewesen?

5. Text ruhen lassen

Wenn man tage- oder wochenlang an einem Text arbeitet, sieht man irgendwann vor lauter Buchstaben die Sätze nicht mehr. Ist der Plot spannend genug? Ist der erste Abschnitt okay? Sollte ich vielleicht doch keine Rückblenden einbauen? Irgendwann gelange ich an den Punkt, an dem ich kein Gespür mehr für die Story habe. Dann lasse ich den Text ein paar Tage ruhen, schreibe etwas anderes oder widme mich verstärkt dem Marketing. Nach ein paar Tagen setze ich mich dann wieder an den Text und meistens klappt es dann auch besser.
Nur nicht verkrampfen, das tut keinem Text gut.

5 Tipps von Carmilla DeWinter

Erstens: Kritik ist ein Geschenk.

Nach meinen ersten fünf Kurzgeschichten dachte ich, ich sei das Beste seit geschnitten Brot, und die Welt warte nur auf meine Texte. Gemessen an Äußerungen von anderen Anfänger*innen bin ich keine Ausnahme.

Anfangs war ich wahnsinnig beleidigt, wenn jemand mir sagte, „da passt aber was nicht.“ Obwohl diese Kritik selten auf meine Person gemünzt war, fühlte ich mich angegriffen.

Bis ich dank meiner Textwerkstatt begriff, dass jeder Kommentar eine Hilfe ist, selbst wenn ich ihn nachher ignoriere. Dass Kritik nicht heißt: Du bist doof. Sie heißt: Das kannst du aber (noch) besser.

Dementsprechend bedanke ich mich auf für Verrisse höflich. Aus meinen Verlags- bzw. Agenturablehnungen habe ich mehr gelernt, als ich selbst gedacht hätte, da immerhin drei von vier tatsächlich begründet haben, warum sie einen Text nicht haben wollten.

Mittlerweile wundere ich mich, wenn ich mit purem Lob überschüttet werde, denn dann hege ich den Verdacht, dass di*er Leser*in mich nur schonen will, um des lieben Friedens willen.

Freund*innen so zu erziehen, dass sie einer erklären, dass sie gelangweilt waren, ist im Übrigen unerhört schwierig.

Zweitens: Ein bisschen Planung tut auch der Pantserin gut

Es gibt Leute, die planen gern vor dem Schreiben jede Szene. Es gibt andere Leute, die fangen am Anfang zu schreiben an, und rutschen dann irgendwie durch bis zum Ende. Da das auf Englisch auf dem Hosenboden stattfindet, anstatt dass sich irgendwer was aus den Fingern saugt, heißt die zweite Variante „pantsing“. Oder vornehmer Discovery Writing.

Wenn ich ohne irgendeinen Plan anfange zu pantsen, geht das manchmal gut, aber häufiger völlig in die Hose. (Ja, Flachwitz, und?)

Wenn ich also zu einem Ende kommen will, kann ich nicht ohne Plan loslegen, sondern sollte mir vorher im Klaren sein:

– Wer ist die Hauptfigur?

– Wer sind die anderen wichtigen Figuren?

– Wer ist di*er Antagonist*in, und warum ist si’*er „böse“?

– Was ist mein Thema – in einem Wort – oder wenigstens der Themenkomplex?

– Wohin will ich?

– Was sind die wichtigsten Stationen, um vom Anfang ans Ende zu kommen, also: die Plotpoints und der Wendepunkt?

Holly Lisle hat hier für Englischkönner*innen einen schönen Vorschlag, wie sich ein undetaillierter Plan machen lässt.

Den Rest überlasse ich dann meinem Unbewussten. Meistens kommen Dinge raus, die ich nicht erwartet habe, aber das ist, für mich, der halbe Spaß am Schreiben.

Drittens: Die erste Fassung existiert, um überarbeitet zu werden

Ich kann endlos am Stil eines neuen Absatzes feilen, und muss mich daher häufig zur Ordnung rufen.

Weiß ich, ob die Szene nachher so stehen bleibt? Ob ich nicht doch die andere Figur für die Perspektive auswähle? Ob der Dialog mir bei der Überarbeitung nicht zu gestelzt vorkommt, und ob ich diese ganzen schön gedrechselten Sätze so gebrauchen kann?

Antwort: Nein, das weiß ich nicht. Ergo: Stehenlassen und weiter im Text, wegen …

Viertens: Abgabetermine sind hilfreich, selbst, wenn sie nur in deinem Kopf existieren.

Um meinen Hang zum Perfektionismus in den Griff zu bekommen, setze ich mir eine Frist, bis wann die Rohfassung fertig sein soll. Diese Fristen sind relativ großzügig gefasst, weil ich mich ja kenne, deswegen hat so ein Text aber dann auch relativ wenige Rechtschreib- und Kontinuitätsfehler und kann theoretisch als Alpha-Fassung für die Alpha-Leserin stehenbleiben.

Völliges Verpuzzeln ins Detail verbietet sich dadurch jedoch. Das sofortige Rumfricklen lohnt sich sowieso nicht, denn erstens ist es immer noch die Rohversion (siehe oben), und außerdem…

Fünftens: Je länger ein Text liegt, desto eher bemerkst du seine Schwächen, aber das auch nur, wenn du ein bisschen Ahnung von der Theorie hast.

Betaleser*innen finden nicht jeden Fehler. Oder kreiden deine Grammatik an, obwohl eigentlich das Logikloch im Dialog viel schlimmer ist. Nicht mal Lektor*innen, die dafür bezahlt werden, die Lesbarkeit eines Textes zu optimieren, finden alles.

Alle Lücken zu finden ist ohnehin illusorisch, aber ein bisschen Abstand, sowie ein, zwei Umformatierungen oder andere Schriftarten tun so einer Rohfassung üblicherweise sehr gut. Laut lesen ist dann die Kür.

Käse, Wein und Steaks brauchen ja auch ihre Zeit, oder, um mit meinem Opa zu sprechen: Nu mal ned hudle.

Probleme zeigen sich natürlich um so leichter, wenn eins eine Ahnung hat, welche überhaupt vorkommen können. Was ist ein Infodump? Perspektive? Das Drei-Akt-Schema? Und was zum Henker ist eine Normseite?

Sich das eine oder andere Seminar, Schreibratgeber und/oder Schreibblogs reinzuziehen, schadet gewiss nicht. Dabei sollte es mensch nicht übertreiben, denn erstmal braucht es einen Text, den sich zu überarbeiten lohnt. Wer vor lauter Stilistikkursen in Wolfenbüttel nichts am eigenen Roman schreibt, macht was falsch.

Grau ist alle Theorie, aber maßgeblich ist im Dokument.

… Insofern allen weiterhin frohes Tippen.

5 Tipps von Helen Fox

  1. Schreibe dort, wo das Interessanteste passiert

Wann immer ich irgendwo hängen bleibe, lehne ich mich zurück und versuche, die Szene und die handelnden Personen als Beobachter zu betrachten. Ist das, was gerade in der beschriebenen Handlung geschieht, wirklich das, was für den Fortgang der Story entscheidend ist?
Oder wäre ein anderer Blickwinkel nicht vielleicht spannender?
Dabei geht es nicht darum, sich immer nur die Momente herauszupicken, wo gerade die meiste ‚Actionhandlung‘ passiert – wer einen Frauenroman schreibt, wird solche Szenen in der Regel nur selten bis gar nicht nutzen. Da sind die Momente der größten Entwicklung der Heldin sehr viel wichtiger als ein Boxkampf zwischen starken Gegnern, bei dem der Ausgang ungewiss ist.
Ich frage mich bei jeder Szene: Wo wäre ich als Leser gerne? Würde mich das hier wirklich packen? Geschieht vielleicht eine Entwicklung im Hintergrund, die viel spannender wäre und die ich nur mit einem Nebensatz abgehandelt habe?

  1. Nach dem Buch ist vor dem Buch

Irgendwann ist jedes Projekt mal beendet – und das ist gut so! Denn wer kein Ende bei seiner kreativen Arbeit findet, der neigt zum Verschlimmbessern, der innere Lektor ist für gewöhnlich nicht nur kritisch, sondern überkritisch.
Die Erfahrung, dass ein Schlusspunkt sehr wichtig ist, habe ich beim journalistischen Schreiben gemacht. Für Artikel und Kolumnenbeiträge gibt es immer ein Erscheinungsdatum, an die man sich als Journalist halten muss – ist man zu kritisch, schafft man dieses Datum nicht. Und: Es gibt kein perfektes Werk! Wenn man sein Bestes gibt, sich mit Lektor und Korrektor einig geworden ist, dann hat man alles Mögliche und Nötige getan. Raus damit – und auf zum nächsten Projekt, mit den Erfahrungen und Erkenntnissen, die man beim Vorgänger gemacht hat.

  1. Finde Deinen eigenen Takt

Schreibratgeber sind hilfreich, wenn man sich etwas über die Theorie anlesen will. Tipp-Listen wie diese auch, um zu sehen, wie andere zu ihrer Arbeitsweise gefunden haben. Die Praxis jedoch muss jeder für sich selbst herausfinden. Ich kenne einige Autoren aus sehr unterschiedlichen Genres, deren Arbeitsmethoden nicht minder verschiedenartig sind. Manche schreiben eisern ihre 2000 Worte am Tag, andere nach Lust und Laune, wieder andere ein Kapitel in einem Rutsch durch – aber ob und wie gut das für einen selbst funktioniert, muss man eigenständig herausfinden. Nicht jede Methode eignet sich für jeden, und es hilft aus meiner Erfahrung heraus, immer offen für neue Methoden zu bleiben, sie auszuprobieren.

  1. Sei konsequent

Ich gehöre zu den Autoren, die sich sehr viele Gedanken um ihre Charaktere machen. Wenn ich eine Story entwerfe, dann stehen die Charaktere immer an vorderster Stelle – und natürlich deren problematische wie weniger problematische Eigenschaften. Wenn ich dann irgendwo hängen bleibe, versuche ich, gerade den problematischeren Eigenschaften der Charaktere zu folgen: Wie würde er/sie reagieren? Wie handeln? Wie bewältigt er/sie das aktuelle Problem? Wird er/sie störrisch, oder wird ein Kompromiss gesucht? Wie handelt er/sie unter Stress? Ich lasse mich richtig in den Moment hinein sinken und versuche, mir das Ganze wie einen Film vorzustellen, der in verschiedenen Variationen vor meinem inneren Auge abläuft – und meistens finde ich damit die Lösung.

  1. Hab Spaß an dem, was Du schreibst

Ich bin nach wie vor der Meinung, dass man als Leser merkt, wenn der Autor einfach nur Seiten geschunden hat, um auf eine bestimmte Gesamtzahl zu kommen. Gerade bei Büchern, die toll anfangen, aber relativ viele Durchhänger im Mittelbereich haben, muss ich mich beim Weiterlesen ziemlich zwingen. Wenn die Dialoge passen, die Wendungen spannend sind und die Hauptcharaktere interessante Persönlichkeiten, hat man schon zu zwei Dritteln gewonnen – aber das kommt nur über den Spaß. Wer gerne Krimis liest, aber sich beim Kriminalfall-Konstruieren unendlich schwer tut, sollte vielleicht ein anderes Genre ausprobieren. Wer sich bei Kurzgeschichten am wohlsten fühlt, muss keinen Vierhundertseitenroman schreiben, nur weil es so viele andere tun. Liebt das, was ihr tut, dann wird es auch gut. 😉

5 Tipps von Markus Gersting

1. Eins nach dem anderen

Selbst eine Reise von 10.000 Li beginnt mit dem ersten Schritt.

Tolles chinesisches Sprichwort, oder? Also, auf geht’s und los legen?

Jein. Von der wagen Idee bis zum Leser ist es wirklich ein weiter Weg und den sollte man nicht ganz unvorbereitet beginnen. Denn die Gefahr ist groß, das man auf halber Strecke liegen bleibt. Ja, auch und ganz besonders für die Entdecker unter den Schreibern. Ich versuche mal die einzelnen Phasen zusammen zu bekommen:

  • Lesen, Lesen, Lesen!
  • sich über das Gelesene Gedanken machen
  • eigene Ideen, Versionen entwickeln
  • den Entschluss fassen seine eigene Idee umzusetzen
  • das Handwerk erlernen (ja, Schreiben ist ein Handwerk und man kann es lernen!*)
  • die Idee ausformulieren und das Rüstzeug zusammen suchen:
  • wo spielt meine Geschichte?
  • wer spielt mit?
  • was wird gespielt?
  • Schreiben, Schreiben, Schreiben!
  • Pause! Erstmal durch schnaufen und die Geschichte sacken lassen
  • Überarbeiten, Kürzen , Überarbeiten, Kürzen!
  • Testleser
  • Überarbeiten, ggf zurück zum Testleser
  • Verlag suchen oder Selbstverlegen?
  • Netzwerken, den Leser suchen und finden.
  • Lesen, Lesen, Lesen

Eine verdammt lange Liste, ja ich weiß. Und genau darum immer einen Schritt nach dem anderen. Solange man sich bewegt ist alles gut. Egal wie lange es dauert, irgend wann ist man dann am Ziel.

2. Free your Mind!

Was? Nach der langen Liste aus Punkt 1? Ja, genau deswegen. Immer einen Schritt nach dem anderen. Was hier hilft liegt wieder an jedem selbst.

Aber eine ruhige, saubere Umgebung ohne Ablenkung, ein Tee und ggf. was zu Knabbern hilft ungemein. Musik kann auch helfen. Ich habe da meine Speed-Up Muke wenn’s voran gehen soll. Wichtig ist: jetzt wird geschrieben und nichts anderes!

3. Concentración !

Ja, auch wie in Punkt 2, aber noch spezieller auf die Geschichte bezogen. Man kann nur einen Weg auf einmal gehen und nur ein Ziel auf einmal erreichen. Da ist weniger dann mehr.

Selbst wenn man einen Epos wie George R. Martins Lied von … Ups, ja genau! Geiles Teil, aber kein Ende in Sicht. Also ernsthaft: Konzentration auf das Wesentliche.

4. Gute Testleser sind Gold wert

Wobei die Betonung hier auf „gut“ liegt. Wenn man sich nach der Kritik nicht verprügelt und geschreddert vorkommt, sollte man misstrauisch werden. Kein Werk ist perfekt und man wird beim Schreiben einfach betriebsblind.

Ja, es tut weh, aber nur das hilft. Meistens haben die Testleser recht, wenn man etwas länger drüber nachdenkt. Mit etwas Abstand (PAUSE, s.o.) sollte man das eigene Werk dann noch mal in Ruhe betrachten und einfach ehrlich zu sich selbst sein.

Am Ende ist das aber immer noch das eigene Werk und nicht das des Testlesers! Wenn du dir wirklich ehrlich sicher bist, bleib dabei.

5 . Laut lesen und alles raus was keine Miete zahlt!

Ok. Streng genommen sind das zwei Dinge, aber es gehört doch irgendwie zusammen.

Irgendwie? Ja genau, das Wort “irgendwie” ist schon mal über. Den Satz einfach mal mit und ohne das Wort “irgendwie” laut vorlesen. Ohne kling das gleich viel prägnanter, bestimmter. Und genau so was fällt vor allem beim lauten Vorlesen auf.

Und wenn wir schon mal dabei sind: “doch”? Ja, auch das geht besser. Ökonomischer Umgang mit Sprache ist hier der Fachbegriff.

Eine Nummer schärfer wird das, wenn man Publikum vor sich hat. Wer vor Publikum lesen will und das sollte man definitiv, denn:

Lesungen sind die Rockkonzerte der Schriftsteller!

sollte es einfach tun. Ich mache an dieser Stelle einfach mal etwas Werbung für Second Life / OpenSim. Einen halbwegs ordentlichen Computer voraus gesetzt, hat man hier ein Live-Publikum vor sich, das nur mit virtuellen Tomaten werfen kann.

Scherz bei Seite, am Anfang geht auch hier einem das Muffen-sausen und jede Textstelle die nicht passt, sticht hier besonders deutlich hervor. Aber es ist ein tolles Gefühl wenn man die Lesung überstanden hat. Applaus ist dann doch das eigentliche Brot des Künstlers – Geld braucht man nur zum Überleben … ;)

5 Tipps von Brida Anderson

1. Tauch ganz ein in die Welt deiner Geschichte

… oder: Wieso Brida mitten im Parcours im Hochseilkletterpark schrie: “Aaaah! Das mit dem Elfendorf in den Baumwipfeln ist eine SCHEISS-IDEE!”
Was du am eigenen Leib erlebt hast, kannst du einfach besser beschreiben. Wer nicht Gegenwartsliteratur schreibt, muss allerdings suchen, um etwas Passendes zu finden.

Bestimmte Genres haben da einen Heimvorteil. Ich bin überzeugt, dass ich deshalb so viele hochproduktive Steampunk-Autoren treffe, weil zu ihrem Genre Maker gehören, die die gleichen Bilder im Kopf in die Realität umsetzen.
Letztlich kann man aber für jedes Genre seine Einbildungskraft benutzen, um aus normalen Erlebnissen Mana für die Geschichte zu saugen.

Versuch z. B. “in echt” eine Situation wie dein Held zu erleben.

Lauf doch mal ein paar Stunden mit etwas Ähnlichem wie seiner/ihrer Ausrüstung durch die Gegend. Ist das schwer? Hat er/sie alles dabei? Wie fühlst du dich am Ende des Tages? Wie schnell kann man was rausziehen, kann man damit schwimmen, klettern, …

Setz dich auf ein Pferd, wenn dein Held reitet, und sei es, dass du dich einmal um die Halle führen lässt.

Fahr mit der Gondel/auf ein Hochhaus/mit dem Riesenrad, wenn deine Heldin fliegt.

Lass dir auf einer Greifvogelschau einen Uhu auf die Hand setzen, streichel einen Elefanten, mach bei einer besonderen Nachtwanderung im Zoo mit, mit Tierkontakt. (Schon mal ne Schlange gestreichelt?)

Das alles ist Futter für deine Quelle – siehe unten.

2. Gib deinem Leser kein Schleudertrauma

Meine Lektorin für “Hedge Games”, eine Australierin, die in der Schweiz lebt, machte mich auf etwas aufmerksam, das noch keine deutsche Lektorin bemängelt hatte.

Sie sagte, dass “die Deutschen” einen Hang dazu hätten, ganz arg lange Sätze zu schreiben, bei denen der Fokus des Satzes andauernd springt.

Langer Satz ist nicht gleich langer Satz, habe ich seitdem gelernt.

Es kann ein Typ 10 Sachen hintereinander machen — kein Problem, unser innerer Film zeigt uns den Helden, wie er auf ein Motorrad steigt, einen Bösen erschießt, durch die Scheunentür brettert.

Problematisch wird’s, wenn du noch andere Sachen in den Satz packst …
Stell dir vor, der Leser sieht deine Szene durch ein Opernglas. Mit jedem neuen Aspekt, den du einem Satz hinzufügst (so sieht das Motorrad aus, da kommt ein Böser aus der Ecke, das macht gerade der Sidekick des Helden …), reißt du das Opernglas — mit dem Kopf des Lesers — in eine andere Richtung.
Bei dramatischen Szenen kann man das machen. Da sind wir auch aus dem Kino schnelle Schitte gewöhnt.

Auf Dauer sinkt dein Leser aber ermattet aus den Latschen, besonders beim Einstieg in eine Geschichte, wenn’s keine Action-Szene ist.

Hab Erbarmen, mach mehrere Sätze aus einem. Die Sätze müssen nicht Hemingway-isch kurz sein — gönn einfach jedem speziellen Fokuspunkt, auf den du den Blick des Lesers lenkst, mindestens einen eigenen Satz.

3. Mehr Details — aber so genau wollte ich es nicht wissen!

Da wir die Welt, die Szenerie, letztlich erst beim Schreiben mit den Augen unseres Helden ganz entdecken schleicht sich eine ungeheure Detail-Breite ein; besonders bei Autoren, die ohne oder mit minimalem Plot schreiben.

Die Muse liefert uns wundersame Feengestalten, hier ein außergewöhnliches Kleid, da ein bahnbrechend neues Glaubenssystem an Naturgötter — das kommt alles rein, gehört ja zur Welt, die unsere Heldin durchschreitet und lässt sie lebendig werden.
Jo. Stimmt.

Aber vieles müssen wir gar nicht so genau wissen, um schon ein lebendiges Bild vor Augen zu haben.
Man nimmt sich mit einer Breite von Details die Action, die rasante Fahrt durch die Geschichte. Denn der Blick des Lesers bzw. der Film im Kopf des Lesers geht damit jedes Mal auf eine Zeitlupen-Einstellung.
Das Spannungsfeld ist: genug Details, das überhaupt ein Film im Kopf entsteht. Und nicht so viele Details, das der rote Handlungsfaden über längere Absätze erlahmt.
Übrigens: Je länger die Beschreibung eines Details, umso wichtiger ist, dass es eine Plotfunktion hat.

Wer der Böse der Woche in einer Fernsehsendung ist, kann man häufig daran erkennen, dass die Kamera einen Hauch länger auf seinem Gesicht verweilt als auf den anderen. Das ist deinem Leser nicht bewusst, aber das hat er verinnerlicht.

Zeigst du etwas lange, dann legt er es gedanklich ab als “das wird noch mal wichtig! merken!” — und fühlt sich verarscht, wenn das Ding unwichtig war, du aber unbedingt immer schon mal einen verstaubten, dampfbetriebenen Drachenroboter in der Ecke einer Bibliothek beschreiben wolltest …

Zu wenig Details gibt’s auch.
Für mich völlig überraschend schrieben Lektorin und Betaleser an manchen Stellen von “Hedge Games”: “Wie genau sieht das aus?”.

Zum Beispiel wenn jemand mit einer Münze Feengeld bezahlt. Na, eine Münze halt. Hartgeld. Aber nein, das wollten sie genau wissen.

Oder “Wie lernt man denn Magie?”, schrieb eine Betaleserin. “Ich will mit Alanna in den Unterricht gehen und keine Zusammenfassung!”

Für die ausgewogene Detaildichte sind Betaleser unbezahlbar!

Man selbst ist zu nah an der Story, um zu erkennen, ob ein Detail schön zur Stimmung beiträgt oder unter die Kategorie “zu viel” fällt. Und wo man davon ausgeht “kann sich jeder vorstellen”, der Leser aber gern mehr hätte.

4. Fütter die Quelle

“Wenn die Inspiration anklopft, muss sie dich bei der Arbeit finden” — ich glaube, Picasso hat das mal gesagt.

Als Mutter von zwei kleinen Kindern kann ich an den meisten Tagen nur in winzigen Schreibhappen an meinen Büchern arbeiten. Ich kann nicht eine Stunde prokrastinieren, meine Maus annagen und auf die Eingebung hoffen. Das muss gehen: hinsetzen, schreiben, raus. (Geht’s aber oft nicht, “dank” innerem Kritiker.)

Damit das funktioniert, muss mein Kopf übersprudeln mit Ideen fürs Buch. Dazu gehört natürlich eine gewisse Vorstellung vom Plot, von den Hauptcharakteren, Musik-Playlists, die Charaktere oder bestimmte Arten von Szenen sofort zum Leben erwecken.
Dazu gehört aber auch vor dem ersten Schreiben ein intensives Eintauchen in die Welt des Romans.

Das darf man jetzt nicht mit Recherche verwechseln. Der Übergang ist fließend, aber zu viele FAKTEN stehen einem entspannten Fließen des Textes im Weg. Musste ich lernen 😉
Für den ersten Entwurf ist es wichtiger, dass du nicht nur mit dem Kopf in die Materie des Romans eintauchst.
Kreativitätscoach Julia Cameron empfiehlt Autoren, regelmäßig ein “Artist Date” zu machen, wo man etwas in die innere Quelle wirft, ganz ohne Projektbezug. Das können Ausstellungen sein, Konzerte, Ausflüge, neue Hobbys, … Für mich ist Musik ganz wichtig — Alanna hat eine ganz andere Playlist als die Elfen, zum Beispiel. Klamotten und Stoffe, die die Charaktere anhaben, anziehen und spüren. Im Wald schreiben und die Geräusche aufs Papier fließen lassen. … Oder zum Beispiel mit dezenter Höhenangst in einen Kletterpark zu gehen, weil Mattis doch so leichtfüßig durch die Elfendörfer in den Baumwipfeln läuft. Uh ….
Der große Vorteil ist, dass man die Quelle auch füttern kann, wenn man nicht zum Schreiben kommt!

5. Vertrau der Chemie

Du bist in Fahrt, schreibst so schön frei, wie der Wind — bis du merkst: Ach du Scheiße! Da soll’s ja gar nicht hingehen! Ab da ist es ein Kampf und man kriegt verdammt noch mal die Kurve zum Plot nicht. Es ist wie verhext.
Meine Heldin spazierte mit einem Mann im Wald, sie sind unterwegs zu dem Mann, der ihr Loveplot ist. Funktion der kurzen Szene: Der Typ gibt ihr Backstory-Infos, kennt den Weg, beschützt sie und baut ein Band zu ihr und den Lesern auf in der Szene, das dann brutal zerschnitten werden soll, wenn der Antagonist ihn grausam tötet.
Bis …

Bis sie ihn plötzlich küsst.

WHAT?!

Und er den Kuss dann leidenschaftlich erwidert, da er sich ebenfalls in sie verliebt hat.
Wtf?!

Er ist doch gar nicht der loveplot!
Dass die Chemie nicht stimmt, kann man an so kleinen Sachen schon früh merken.

Wenn man den Tanz ein paar Mal mitgemacht hat, merkt man schon das erste Aufbäumen der Charaktere, kurz bevor’s alles in die Hose geht. Dann: einhaken.
Wenn Charaktere zum Leben erwachen und nicht machen, was ihr Schöpfer will, bringen sie vielleicht gute Ideen mit. Vielleicht ist der neue Plot aber auch nicht unbedingt sinnvoll.
Denk deshalb die neue Chemie erstmal zu ihrem logischen Ende, bevor du ihr blind folgst.

Vielleicht wird gerade ein Nebencharakter der Held der Geschichte? Kannst du Held und Nebencharakter verbinden? Den Helden ein Stück weit verändern, damit er wieder spannend für dich wird?
Vielleicht ist der “Gute” eigentlich ein Böser? Dann nimm das nicht hin, sondern probier dich an einem richtigen Anti-Helden oder gebrochenen Helden. Es braucht nicht unbedingt Gut und Böse – aber der Leser braucht die Identifikationsfigur. Was muss dein “böser” Held mitbringen, in welchen Situationen musst du ihn zeigen, dass der Leser trotzdem mit ihm mitfiebert?
Was hat das für Konsequenzen für den Plot? Für die anderen Charaktere?
Wenn du die Chemie deiner Charaktere ernst nimmst, erwacht das Buch richtig zum Leben. (Der geküsste Elf ist jetzt der loveplot, übrigens. Der andere ist komplett verschwunden, genauso wie noch weitere 8 Elfen, die alle im ersten Entwurf der Geschichte herumliefen.)

5 Tipps von George P. Schnyder

I. Storyaufbau

Ich bin ein Fan von Stories die strukturiert sind. Das klassische Drama und die Drei-Akt Struktur sind meines Erachtens sehr wichtig. Ich habe ein Regal voll mit Bücher über das schreiben, und in allen geht es um die Struktur einer Geschichte, sogar in denen wo es darum geht keine Struktur zu haben.

Ob es Story, 3-Akt, Monomythos oder Heldenreise genannt wird. Geschichten die funktonieren laufen meines Erachtens nach einem universellen Schema ab. Und viele der Autoren die begnadete GeschichtenerzählerInnen sind, aber sagen das es kein Schema gibt, das die Geschichten einfach so aus ihnen hinausfliessen, schreiben nach genau diesem. Sie haben es nur durch die unendlichen Geschichten aufgenommen die sie gelesen haben. Oder hatten Problem mit der Story bei denen LektorInnen erschreckend schnell helfen konnten weil die sich mit der Struktur auskannten. 😉

II. Hauptperson(en)

Eine gute Geschichte kommt nur mit einer Person aus. Klassisches, geschlossenes Drama. Ein Handlungsstrang, ein Tag, ein Ort. Stimmt natürlich nicht. Aber trotzdem ist es wichtig zu wissen wer die Hauptperson ist. Oder wer die Hauptpersonen. Wenn es eine HeldIn gibt sind die anderen Personen Nebenpersonen und dazu da die Storyline der Hauptperson zu stärken. Wenn es mehrere Hauptpersonen gibt haben die alle gleich viel Story und ihren eigenen Spannungsbogen dem sie gehorschen. Kann man beides machen, muss dann nur von Anfang an klar sein, damit man weiß ob man zu sehr an einer (Neben)-Person hängt oder ob das okay ist. Jede der Hauptpersonen sollte einen Handlungsstrang haben in dem sie sich wandelt. Sollte dies bei einer Person nicht so sein ist sie keine Hauptperson. Aber ggf. der Sidekick.

III. Preperation rocks

Ich plotte immer die gesamte Story. Vorlage dafür ist mehr oder weniger ausführlich der Archplot.

Bild

Meine Storyidee, die bis dahin aus ein paar coolen Szenen, Typen und einer Idee (Typ jagt den Mörder seiner Frau, obwohl sie ihn für den Typen verlassen hat) bestehen werden in die Vorlage gebaut. Dadurch bekomme ich Sachen wie B-Story (das was ihm letztendlich hilft sie zu rächen) und Anleitungen wo Spannung aufgebaut werden muss geliefert. Meine Szenen die ich im Kopf habe packe ich auch da rein. Wenn ich damit fertig bin habe ich einen Grundaufbau, weiß was ich noch brauche (Personen die noch entwickelt werden müssen), was ich ändern muss (Sachen die ich über Nebenpersonen oder die Hauptfigur neu gelernt habe) und wo zeitlich was passiert. Mehr oder weniger.

IV: Overpreperation sucks

Zu viel Vorplanen birgt die Gefahr sehr statisch zu werden. Ich haben ja schon böse von AutorInnen gehört das BestsellerautorInnen immer die gleichen Stories raus bringen, nur mit geänderten Orten, Namen, usw. Overpreped or Lazy? 😉

Wenn zu eng geplant wird, zu viele Szenen unabhängig, ohne die Gesamtstory im Blick zu behalten, in das Gerüst gebaut werden wird die Story entweder zu lang (wie dieser Satz) oder man muss zu viele Schlenker rein bauen (Wie den hier: Damit man es versteht) Beides stört den Aufbau der Story unnötig. Ja, ich bin kein Fan von Tolkin als Autor. 😀

V. Gerüst ist kein Gefängniss

Ich höre oft das man ja frei schreiben möchte. Die Figuren einen leiten, die Story fliesst und Sachen passieren die man sich nie gedacht hätte. Super. Hab ich auch. Nur wenn ich nicht weiter weiß gucke ich auf das Gerüst. Und wenn es in eine ganz andere Richtung geht als gedacht muss ich kreativ werden damit es wieder passt. Oder halt das Gerüst umbauen. So oder so muss ich mich dann wieder mit der Grundstory auseinander setzen. Und mir dabei Gedanken um das gesamte Ding machen. Was ja nicht schlecht sein kann.

5 Tipps von Lara Kalenborn-Gemar

1. „Drück auf’s Gas“: Im Zeitalter des Films und anderer audiovisueller High-Speed-Medien, brauchen unsere Geschichten Action. Neben anderen Beschleunigungstechniken kurbeln Dialoge die Story unheimlich an. Außerdem können ausufernde Beschreibungen, in denen die Erzählerstimme zu laut wird, mithilfe beherzter Schnitttechnik weggekürzt werden.
2. „Charakter perfekt“: Sympathie für die Hauptfigur ist wichtig. Wir wollen keinen Held ohne Ecken und Kanten, aber unangenehmen Menschen schenkt man kein Mitgefühl. Der Leser soll unseren Figuren richtig nahekommen, deshalb schadet zum Beispiel eine Prise Humor nicht, selbst wenn wir einen eigentlich äußerst ernsten Protagonisten entworfen haben.
3. „Was zum Anfassen“. Bilder im Kopf sind das A und O. Wenn diese nicht beim ersten Schreiben kommen, die Szene ruhen lassen und zu späterem Zeitpunkt die Sinne des Lesers nachbedienen.
4. „Der Wille der Geschichte geschehe“. Die Story spricht. Schreibe, was geschrieben werden muss. Das ist vielleicht nicht immer einfach, aber authentische Figuren und ein guter Plot erfordern eben Mut. Trotzdem sollte man nicht alles der Stimme der Geschichte überlassen: Jedes Gebäude braucht ein sicheres Fundament und dieses besteht meines Erachtens aus Planung, Mindmaps, Szenenprotokollen und Charakterlisten.
5. „Survival of the fittest“. Schwache Szenen gehören gestrichen. Das Motto lautet: Gesundstoßen. Wenn die längeren Schwachstellen getilgt sind, fahre mit der Entschlackungskur auf Satzebene fort und gehe dann auf die Wortebene über. Suche zum Beispiel nach Füllwörtern wie „sehr“ und „eigentlich“. Arbeite dich mithilfe der Wortsuchfunktion durch deinen gesamten Text und mach deine Sätze prägnanter. Jedes Wort muss eine Funktion haben – sonst raus damit.

5 Tipps von Alex Jahnke

1) Lest um Euer Leben!

Der erste Tipp bricht auch schon gleich mit der Vorgabe, denn das habe ich nicht beim Schreiben gelernt, sondern bei den ersten Lesungen des Buches.

Lest Eure Texte!

Mehrfach!

Noch mal!

Nicht aufhören!

Und wieder!

Damit meine ich nicht das viel gehasste überfliegen der Passagen beim Editieren, sondern lautes Vorlesen. Am besten mit Publikum – ja, Euer Partner wird euch eventuell dafür hassen, wenn er zum zehnten Mal Eure beste Szene hören muss, aber das gehört dazu. Sollte kein Publikum greifbar sein, setzt eine Horde Stofftiere vor Euch. Niemand kann so kritisch schauen, wie ein Teddy.

Das bereitet Euch zum einen auf eventuelle Lesungen vor, zum anderen bekommt ihr viel mehr Gespür für den Text und die Geschichte, die sich im Kopf des Lesers entwickelt. Beim Vorlesen entdeckt ihr die Schlaglöcher Eures Stils, erst dann werden aus einzelnen Sätzen Bilder und damit eine Geschichte im Kopf. Die Zunge stolpert über holprige Formulierungen und Euer Kopfkino zeigt die rote Fahne, wenn die Geschichte nicht flüssig ist.

(Und egal, wie schnell ihr vorlest: Lest langsamer. Noch langsamer. Es ist wirklich schwierig zu langsam für den Zuhörer zu lesen. Besonders, wenn ihr den Text gut kennt.)

2) Lauft um Euer Leben

Ich gebe offen zu: Ich bin ein fauler Sack. Wie bei allen faulen Säcken äußert sich das dann in der befreienden Erkenntnis:

“Ich bin erst unter Druck besonders gut.” 

Nein, bist du nicht. Du bist faul.

Damit schreibt sich aber kein Buch. Eine der größten Herausforderungen, wenn nicht sogar die Größte, ist es am Ball zu bleiben. Deadlines setzen einen zwar unter Druck, aber man hat dann eben auch nicht mehr die Zeit, irgendetwas eine Passage noch mal zu schreiben und sie ist vielleicht nur halb so gut, wie sie hätte sein können.

“Ich habe aber heute keine Ideen. Morgen wieder.”

Bullshit. Ausrede. Ran an die Tastatur. Wenn ihr die Möglichkeit habt, nutzt Schreibsprints. Diese Methode kommt aus dem NaNoWriMo. Dabei verabreden sich zwei oder mehr Autoren und schreiben für ca. 60 Minuten gemeinsam. Man wählt ein zufälliges Wort aus (Buch aufschlagen, Tante Google, es gibt auch Generatoren) und schreibt dann mit der Stoppuhr für 10 Minuten im Laufschritt, wobei man das gewählte Wort unterbringen muss. Wer die meisten Worte hat, darf das nächste Wort auswählen und weiter zum nächsten Sprint, bis die vorgegebene Zeit vorbei ist.
Das klappt natürlich auch alleine, macht dann aber nicht ganz so viel Spaß.

“Aber was soll ich denn mit einem Wort wie „Heckklappendrosselung” in meiner Fantasygeschichte?”

Zum einen solltest du dir andere Freunde beim Sprint suchen oder du hast ihnen vorher nicht erzählt, was für ein Genre du schreibst. Das Wort sollte möglichst allgemeingültig sein. Passt es trotzdem nicht, dann nimm Assoziationen des Wortes (in diesem Fall: Technik, Mechanik, gebremst, Vogel..). Es geht darum, dass du schreibst.

“Sorry, aber dieser Passage ist einfach unpassend in der Geschichte.”

Dann steckst du vielleicht noch nicht gut genug in deiner Geschichte. Deine Charaktere müssen leben, du musst sie besser kennen, als deine Arbeitskollegen. Im echten Leben kannst du auch nicht sagen: „Entschuldigung, aber das passt gerade nicht in meinen Tag.“ Warum sollte es den Charakteren anders gehen als dir. Sie müssen auch mit unvorhersehbaren Dinge klarkommen.

“Das ist aber wirklich Müll, was ich da geschrieben habe.”

Kein Problem. Denn du hast ja noch genügend Zeit bis zur Deadline, weil du früh genug angefangen hast und regelmässig schreibst. Hast du doch, oder?

Kopier den Text raus und sichere ihn in einer Ablage. Vielleicht brauchst du ihn später noch mal, denn…

3) Kein Text ist umsonst

Es wird nichts weggeworfen. Bytes fressen kein Brot und können auf deiner Festplatte dümpeln. Da fristen sie dann ihr Dasein*, bis sie irgendwann mit Leben erweckt werden. Das mag nicht nächsten Monat sein, auch nicht bei dem nächsten Buch, oder dem übernächsten. Aber irgendwann kommt der Tag an dem du sagst: Da hatte ich doch mal was…
Das kann dann eine Formulierung, ein Charakter oder eine Idee sein, die erst jetzt mit Leben gefüllt werden kann.

* (Du machst doch regelmässig Back-Ups? An drei verschiedenen Orten und wenn du ganz sicher gehen willst, liegen die mindestens an zwei physikalischen Orten – also nicht in deiner Wohnung?)

4) Die Uhr schlägt 13

Der erste Satz muss den Leser an der Kehle packen und darf ihn nicht mehr loslassen.

Bitte kein „It was a dark and stormy night…“ LANGWEILIG. Warum sollte ich da weiterlesen? Mit den ersten Sätzen entscheidet sich, ob der Leser Interesse an dem Buch hat oder nicht. Wenn er sich da schon quälen muss, wird seine Motivation für den restlichen Roman nicht größer werden.

 It was a bright, cold day in April, and the clocks were striking thirteen.“

So beginnt Orwells 1984. Ein Satz und schon fragt der Leser sich „Die Uhr schlägt 13?! Warum?“ und liest weiter. Der erste Satz muss eine Ereignis beschreiben, das eine Frage beim Leser auslöst und er wissen will, wie es denn weiter geht. Schnapp dir deine Lieblingsbücher und lies die ersten Sätze durch. Was passiert da? Welche Frage willst du beantwortet haben? Warum lässt dich das Buch nicht los?

Diese Neugier musst du im kompletten ersten Abschnitt aufrecht erhalten. Wenn du für dein Buch 150% gegeben hast, so musst du für den ersten Abschnitt 200% geben. Da muss jedes Wort stimmen, jede Formulierung die Eleganz eines Ninjas haben und die Spannung greifbar sein.

5) Sie hatten meine Neugier. Jetzt haben Sie meine Aufmerksamkeit

Über Tarantino wurde mal gesagt, dass er den Film gerettet hat, weil er die Dialoge wieder ins Kino brachte. Seine Filme sind voll von legendären Sprüchen oder Wortwechseln, die sich jedem Zuschauer  sofort einprägen. Dialoge sind das Salz in der Suppe der eigentliche Geschichte. Die Handlung ist wichtig, ohne Zweifel, aber Dialoge bringen die Charaktere zum Leben, schaffen Persönlichkeiten und geben die Stimmung besser wieder, als es eine Beschreibung könnte.
Wie redet dein Charakter? Nutzt er Fremdworte? Hört sich gerne selber reden und redet viel um den heißen Brei, nutzt dabei viele Relativsätze und Verknüpfungen, so dass man gar nicht mehr weiß, worum es eigentlich ging? Setzt er sich bei Streitgesprächen mit harten Worten durch? Ist er schnell eingeschnappt oder dreht seinem Gegenüber die Worte im Mund rum?
All das gehört auch zu einem lebenden Charakter, nicht nur sein Temperament oder sein Seelenleben. Jeder Mensch redet anders und er redet auch mit jedem anderen Menschen anders. Lass das in deine Geschichte einfliessen und nutze Dialoge nicht nur, um zwei Personen etwas erzählen zu lassen.

5 Tipps von Andrea Schneeberger

5 Tipps zum Schreiben

  1. Lesen, lesen (aber Finger weg von Comics!)
  2. Fang einfach an zu Schreiben! Eine innere Stimme wird dir möglicherweise Gründe aufzählen warum du noch nicht Anfangen sollst oder kannst. Bring diese Stimme zum Schweigen!
  3. Schreibe so oft es geht, auch wenn es harzig läuft. Suche nicht stundenlang nach dem perfekten Satz. Bei der Überarbeitung hast du noch genug Zeit dich damit auseinander zusetzten.
  4. Steht der 1. Entwurf, dann druck ihn aus und lege in ca. zwei bis drei Wochen zur Seite. Etwas Abstand kann wahre Wunder wirken. Fehler, die du zuvor noch überlesen hättest, fallen dir plötzlich auf.
  5. Sei kritisch mit der Geschichte. Ist die Erzählung stringent? Haben die Figuren genug Tiefe? Wie sind die Dialoge (sollten die Story vorantreiben oder Informationen transportieren)? Liest sich die Geschichte spannend oder schläft dir beim Lesen das Gesicht ein?